Das Komitee «Gute Schule Graubünden» hat am 11. April 2016 eine Doppelinitiative mit folgenden zwei Begehren lanciert: Verfassungsinitiative «Gute Schule Graubünden - Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen» und Gesetzesinitiative «Gute Schule Graubünden – Mitsprache bei Lehrplänen». Damit die beiden Volksinitiativen zustande kommen, müssen mindestens 4‘000 Stimmberechtigte (Verfassungsinitiative) bzw. 3'000 Stimmberechtigte (Gesetzesinitiative) des Kantons Graubünden die Initiativen innert eines Jahres unterzeichnen.

Das Ziel des überparteilichen Initiativkomitees «Gute Schule Graubünden» der Doppelinitiative ist die Mitsprache der Bevölkerung bei grundlegenden Änderungen des Bildungssystems. Das Komitee fordert eine öffentliche Diskussion über die Auswirkungen des Lehrplans 21. Mit der Verfassungsinitiative wird die demokratische Mitsprache der Bündner Bevölkerung in wichtigen Fragen der Bildung gestärkt. Die Gesetzesinitiative sorgt dafür, dass die Kinder auch in Zukunft in einem pädagogisch geführten Unterricht in einer Klassengemeinschaft gefördert werden.

Ohne zustande kommende Volksinitiative erfolgt die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Graubünden voraussichtlich auf das Schuljahr 2018/19. Quelle: gr.ch

Status:
Unterschriftensammlung läuft.

Webseite:
www.guteschule-gr.ch

Unterschriftenbogen:
Unterschriftenbogen Doppelinitiative Graubünden (per Klick herunterladen)
(PDF-Datei)

Links:
>> Stellungnahme des Bürgerkomitees Graubünden zum Lehrplan 21: Lehrplan 21 widerspricht dem Volkswillen
>> Volksinitiative gegen den Lehrplan 21 auch im Kanton Graubünden geplant
>> Wiederentdeckung des guten alten Frontalunterrichts (Meinungsbeitrag von Elisabeth Calcagnini)
>> Doppelinitiative im Kanton Graubünden lanciert (Bericht Südostschweiz vom 11.04.2016) (PDF-Datei)
>> Regierungsrat Martin Jäger (SP) behauptet: «Lehrplan 21 auf Kurs!» (Südostschweiz vom 13.04.2016) (PDF-Datei)
>> Notengebung: Bündner bleiben bei bisheriger Benotung (10.05.2016) (PDF-Datei)
>> Leserbrief vom 30.05.2016 in der Südostschweiz: Rückschritt zu gescheiterten Reformprojekten
>> Elisabeth Calcagnini: Ade du schöne Harmonisierungs-Idee (suedostschweiz.ch vom 22.06.2016)
>> Radeln für eine gute Schule / Unterschriftensammlung (Prättigauer und Herrschäftler vom 09.07.2016) (PNG-Datei)

Kontakt:

Gute Schule GR
Marlies Klesse
Wingertweg 3
7215 Fanas

E-Mail: info@guteschule-gr.ch

Telefon-Hotline: 081 328 24 78 (E. Calcagnini) oder 077 400 45 64 (Mark Niederdorfer)

 

Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache in der Primarschule» - nun doch gültig!

 

Im November 2013 reichte ein überparteiliches Initiativkomitee mit 3'700 Unterschriften die kantonale Volksinitiative für nur eine Fremdsprache in der Primarschule ein. Bei der Behandlung der Initiative am 20. April 2015 erkannte der Grosse Rat «eine offensichtliche Verletzung des übergeordneten Rechts» und erklärte deshalb die Initiative auf Antrag des Regierungsrats mit 82:34 Stimmen für ungültig.

Unterschriftenübergabe der Bündner Initiative für nur eine Fremdsprache in der Primarstufe

Damit fanden sich die Initianten nicht ab. Sie fochten den Beschluss mit einer Verfassungsbeschwerde beim Bündner Verwaltungsgericht an und haben nun Recht erhalten. Wie am 11. Mai 2016 publik wurde, kommt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil zum gegenteiligen Schluss. Für das Gericht scheint eine verfassungs- und bundesrechtskonforme Umsetzung der Initiative zumindest nicht im Vornherein unmöglich, weshalb kein offensichtlicher Verstoss gegen übergeordnetes Recht vorliegt.

Der Entscheid des Bündner Verwaltungsgerichts ist eine grosse Klatsche für die Classe Politique des Kantons Graubünden, welche sich mithilfe der Justiz ein unbequemes Thema vom Tisch schaffen wollte. Insbesondere in Erklärungsnot ist Erziehungsdirektor Martin Jäger (SP) geraten, einen Promotoren der Ungültigkeitserklärung für die Initiative. Wie es weiter geht, ist noch offen.

Links:
>> Südostschweiz vom 11.05.2016: Fremdspracheninitiative doch gültig! (PDF-Datei)

16.10.2015 | 1121 Aufrufe