Es entspräche dem Auftrag der vom Volk gewählten Bildungsdirektoren, den Volkswillen bezüglich bildungspolitischer Entscheide umzusetzen – als Diener im Auftrag des Souveräns. Analysiert man das Vorgehen der meisten Bildungsdirektoren in Sachen Umsetzung des Lehrplans 21, dann geraten allzu viele dieser Regierungsräte in die Rolle reichlich unkritischer Propagandisten.

Zunächst ist festzustellen: Die Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) ist ein in der Verfassung nirgends vorgesehenes Gremium. Es ist ein aus Exekutivpolitikern zusammengesetztes Gremium, das sich – jeglicher parlamentarischer Kontrolle entzogen – weitgehende legislative Kompetenzen anmasst. Mit dem Lehrplan 21 legt die EDK – ohne formellen Verfassungsauftrag – ein zentralistisches Bildungsprojekt vor, das sie offensichtlich um jeden Preis – ungeachtet des in allen Kantonen deutlich sichtbaren Widerstands – durchdrücken will.

Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz ist der Schaffhauser Bildungsdirektor Christian Amsler. Er, der eigentlich vom Souverän beschlossene Grundsätze zur Volksschule in die Tat umsetzen müsste, äusserte sich in einem Interview mit der SonntagsZeitung am 6. Dezember 2015 betont apodiktisch: Die Behörden dürften «keinen Millimeter zurückweichen», wenn «renitente Lehrer» den Lehrplan 21 kritisierten. Sind da – aufgrund dieser aggressiven Wortwahl des EDK-Chefs – «Säuberungen» im Lehrkörper geplant?

Die persönliche Website von Christian Amsler ist so gestaltet, als hätte ein Propagandisten-Büro den Auftrag erhalten, mit allen Mitteln ein Projekt durchzudrücken, für das es keine demokratische Grundlage gibt. Amsler lobt sein Prestige-Projekt als «gemeinsames Werk der 21 Deutschschweizer Kantone» und propagiert «elf gute Gründe für den gemeinsamen Lehrplan 21 der 21 Deutschschweizer Kantone».

Tatsache ist: Weder die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger noch die Parlamente in den Kantonen hatten auch nur das Geringste zu diesem Projekt Lehrplan 21 zu sagen. In der Erziehungsdirektoren-Konferenz sitzen allein die Erziehungsdirektoren (bzw. deren ideologisch geschulte Zentralismus-Spezialisten aus den kantonalen Verwaltungen): Nichts von Demokratie. Nichts von Mitsprache auch nur von Bildungsräten. Statt deren Meinungen zu berücksichtigen, lässt Amsler sich selber auftreten mit einer nicht enden wollenden Folge von Lobeshymnen auf die angeblich unumstrittene Volksschulpolitik, welche er vertrete.

Bildungs-Kompass

Hier den Bildungs-Kompass-Kommentar als PDF-Dokument herunterladen: Wenn «Volksdiener» zu Propagandisten werden

Hier ein Auszug der Webseite des EDK-Chefs Christian Amsler: Eine wahre Werbeplattform für den Lehrplan 21...

Quelle: www.christianamsler.ch