Leserbrief zum Artikel „Der Schüler, der Lehrer und das Buch“

Das „Impuls Nachhilfezentrum“ feiert sein 15jähriges Bestehen. Ein Grund zum Feiern für die Firma – aber ein Grund zum Erschrecken für die Öffentlichkeit. Das Nachhilfezentrum expandiert offenbar weit- gehend im Bereich Nachhilfe. Dies für Primarschüler und Sekundarschüler, selbstverständlich auch in weiterführenden Schulen. Wir sind also mit unserm Bildungswesen in den letzten Jahren soweit gekommen, dass Nachhilfe als Firmenmodell funktioniert.

Unser Schulwesen ist heute also so aufgebaut, dass die Schüler in den Schulen zu wenig lernen. Wie dem Bericht zu entnehmen, steht bei den gebuchten Fächern Mathematik im Vordergrund. Ein Schulfach, in dem gemäss Gewerbeschullehrern die Anforderungen an Schulabgänger in den letzten Jahren gesunken sind. Merkt denn niemand, dass da etwas faul ist in der öffentlichen Schule. In der Stadt Zürich besuchen schon mehr als 5 % der Volksschüler Privatschulen. Die öffentliche Schule hat sich in den letzten Jahren zunehmend kaputt reformiert – und mit dem Lehrplan 21 will man diese Tendenz noch weiter treiben. Im Artikel wird genau beschrieben und der Titel des Artikels sagt klar, wie Lernerfolg erzielt wird. Mit dem Lehrplan 21 werden Firmen wie das Impuls Nachhilfezentrum in den nächsten Jahren weiter wachsen. Grosse amerikanische Bildungskonzerne werden so auch in der Schweiz immer mehr Fuss fassen. Arm dran sind dann jene Kinder, deren Eltern keine Privatschulen finanzieren können. Die Trennung zwischen reich und arm wird sich so auch im Bereich Bildung auswirken. Arme Schweiz, die es Dank der Erziehungsdirektoren so weit gebracht hat.

Paul Bannwart, Appenzell

Erschienen in: Appenzeller Zeitung, 26. Januar 2016