Obwohl für die Volksinitiative "Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk" noch immer Unterschriften gesammelt werden, gab die Erziehungsdirektion des Kantons Bern am 18. März 2016 bekannt, den Lehrplan 21 per 1. August 2018 gestaffelt einführen zu wollen. Für Grossrat Thomas Knutti ist dieses Vorgehen demokratiepolitisch fragwürdig. Zusammen mit Mitunterzeichnern reichte er eine parlamentarische Motion ein, welche verlangt, die Einführung des Lehrplans 21 bis zur Volksabstimmung über die kantonale Initiative zu sistieren.

Die Motion "Keine vorzeitige Einführung des Lehrplans 21", für welche eine dringliche Behandlung beantragt wird, fordert im Wortlaut:

Der Regierungsrat wird beauftragt,

  1. die Einführung des Lehrplans 21 bis zur Volksabstimmung der Initiative „Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk“ zu sistieren (inklusive Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen)
  2. keine weiteren Planungen und Abklärungen vorzunehmen, bis zur Abstimmung über die Initiative „Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk“

Die Begründung:

Seit Bekanntmachung des Lehrplans 21 wurden in der ganzen Schweiz lehrplankritische Stimmen laut. Das hatte zur Folge, dass in verschiedenen Kantonen Volksinitiativen lanciert wurden – so auch im Kanton Bern in welchem am 21. Januar 2016 die Volksinitiative „Für demokratische Mitsprache - Lehrpläne vors Volk“ lanciert wurde. Die Initiative verlangt, dass der Erlass und die Einführung eines neuen Lehrplans neu die Genehmigung des Grossen Rats bedürfen. Weiter soll der Grossratsbeschluss dem fakultativen Referendum unterliegen und Lehrpläne, welche ab 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt werden, brauchen nachträglich die Genehmigung des Grossen Rats. Der Regierungsrat bleibt jedoch weiterhin zuständig für die Erarbeitung neuer Lehrpläne.

Die Einführung des Lehrplans 21 verursacht im Kanton Bern jährlich wiederkehrende Kosten von über 30 Millionen Steuerfranken und dies ohne nachweislichen pädagogischen Mehrwert. Diese Tatsache an sich ist Grund genug, das Stimmvolk mit einzubeziehen und mitbestimmen zu lassen. Bevor aber die Erziehungsdirektion die Einführung des Lehrplans 21 vorantreibt und damit Kosten und Ressourcen verbraucht, sollen, bis zum endgültigen Entscheid des Grossen Rat oder der Bevölkerung, die Einführungsarbeiten sistiert werden.

Hier können Sie die Motion im PDF herunterladen: >> Motion "Keine vorzeitige Einführung des Lehrplan 21"